Die XING Geschäftszahlen für 2011 stehen zur Verfügung. Nachdem XING im vergangenen Jahr eigentlich ein Rekordjahr hingelegt hat, „erblassen“ die guten Zahlen vor der Tatsache, dass das deutsch-sprachige Berufs Netzwerk seine internationalen Töchter abgeschrieben hat. Man möchte sich nun ganz auf die deutsch-sprachigen Märkte in der Region DACH konzentrieren.

So vollführt XING, nachdem es im Ausland nicht weiter wachsen kann (man denke an die Schwierigkeiten, die westlichen Netzwerken in China bereitet werden, wenn man sich dort etablieren möchte), eine Rolle rückwärts, hat nach dem Seiten-Relaunch im Juni 2011 die API dicht gemacht (um sie im Januar 2012 erneut zu öffnen) und schien sich voll und ganz auf den „Kampf der Titanen“ vorzubereiten, nachdem LinkedIn vergangenen August seine Deutschland Präsenz in München geöffnet hat. Nachdem LinkedIn jedoch seit Januar die Deutschland-Spitze austauscht (man munkelt, da käme bald eine Ankündigung -> wir dürfen gespannt sein), kann XING sich noch entspannt zeigen und sich mit neuen Produkten und Ideen positionieren.

Der Vertrieb wird verstärkt. Die neuen Corporate Recruiter Accounts werden zeitnah gelauncht. Die bisherigen Recruiter Accounts „hätten die Personalverantwortlichen nur persönlich über eine XING-Mitgliedschaft erwerben können. Verlasse ein Personaler das Unternehmen, nehme er Konto und Daten mit, was bisher einen hohen Know-how Verlust für das Unternehmen bedeute.“

Die Mitgliederzahlen sollen in der Zielregion DACH von 5,4 Prozent der Bevölkerung auf 10 Prozent gesteigert werden. In Ländern mit vergleichbarem Social Media Konsum zu Business Zwecken wie Großbritannien oder den Niederlanden liegt die Durchdringung bei mehr als 10 Prozent. Aber, so merken es die Berater und Analysten der AIM Group an, XING sei nicht für alle Bevölkerungsschichten gleich interessant, sondern ziele vor allem auf die Nutzergruppe der 25-54-Jährigen ab. Hier läge XING bereits bei knapp 10 Prozent Durchdringung, sodass ein weiteres Wachstum schwieriger erscheint. Die Frage stellt sich, ob sich die 10 Prozent Bevölkerungsdurchdringung in Online Business Netzwerken in Großbritannien und den Niederlanden bereits auf die Zielgruppe der Bevölkerung im Arbeitsalter bezieht oder nicht.

In diesem Zusammenhang ist auch das Interview von Henner Knabenreich mit XING Director Marketing Stefan Schmidt Grell empfehlenswert, in dem auf die Frage, wie XING neue Mitglieder aus den Reihen der Studenten und Hochschulabsolventen gewinnen will, eingegangen wird.

XING ist jedenfalls recht rührig in letzter Zeit und bringt einige gute und notwendige Neuigkeiten auf den Markt, wie kürzlich beispielsweise den XING-Apply Button. Weiter so!

Last but not least kursieren derzeit zwei Gerüchte am Markt:

  1. Monster würde sich gerne von LinkedIn kaufen lassen (leider ist mein niederländisch nicht sehr gut und die Google Übersetzung gibt auch relativ wenig her, aber vielleicht versteht der Autor ein wenig deutsch und erklärt, was er meint? -> siehe erster Kommentar unten)
  2. Monster sucht einen Käufer (wie bereits des öfteren)

… wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass sich LinkedIn von Monster kaufen lässt…