Was potenzielle Arbeitnehmer in den sozialen Medien wirklich anspricht – Ein Gastbeitrag von Florian Schreckenbach

Die Frage, was potenzielle Arbeitnehmer in den sozialen Medien wirklich anspricht, hat embrander in einer „Studie zur Wirkung von Social Media im Personalmarketing 2011“ gemeinsam mit Prof. Dr. Thorsten Petry der Wiesbaden Business School und in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Personalwirtschaft, Talential und Studenten-Meinung.de beantwortet.

Die Studie zeigt die aktuelle Situation der Social Media Kanäle auf, zuzüglich einer kanalspezifischen Auswertung von YouTube, Facebook und kununu. Daraus leitet sie kanal- und zielgruppenspezifisch – für Studenten und Fach- und Führungskräfte – konkrete Handlungsempfehlungen ab und bietet eine klare Vorgehensweise an.

Nachfolgend sind Auszüge einiger interessanter Ergebnisse aufgezeigt:

Allgemeine Wirkung von Social Media
Insgesamt konnten nur ein Drittel der Befragten überhaupt Angaben zu einem Unternehmen und seinen Aktivitäten in Social Media machen (s. Abbildung). Dies zeigt, dass viele Arbeitgeber noch keine wirksame Strategie im Personalmarketing in Social Media gefunden haben und ein alleiniges „Dabeisein“ im Web 2.0 nicht ausreicht. Zudem sind – wenn auch mit zielgruppenspezifischen Unterschieden – die klassischen Personalmarketing-Aktivitäten wie z.B. Mitarbeiter-Empfehlungen und Events weiterhin gefragt. Aber am Internet kommen Unternehmen nicht mehr vorbei: So ist das Internet Pflicht und Social Media ist die Kür.

Facebook
Interessant war auch die Befragung zum Thema „Facebook-Fans“. Auch wenn bereits einige Teilnehmer im sozialen Netzwerk Fan eines Unternehmens sind bedeutet das noch lange nicht, dass sie dieses als möglichen Arbeitgeber in Betracht ziehen. Nur 32 Prozent der Studenten und 30 Prozent der Fach- und Führungskräfte gaben an, dass sie als „Fan“ das jeweilige Unternehmen auch als attraktiven Arbeitgeber ansehen.

Arbeitgeber-Ranking
In einem Arbeitgeber-Ranking wurden die Unternehmen ermittelt, die mit Personalmarketing-Aktionen in den sozialen Netzwerken aufgefallen sind und damit als Vorbilder dienen können (s.Abbildung): BMW, Lufthansa, die Deutsche Telekom, Otto und Daimler kamen auf die ersten fünf Plätze und sind den Zielgruppen u. a. durch Facebook-Pages, Karriereseiten oder Videos ins Auge gestochen. Aber nicht nur große Konzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen (z.B. Krones) fielen den Teilnehmern auf.

Fazit
Social Media kann somit durchaus genutzt werden, um die Bekanntheit zu steigern. Wesentliche Erfolgsfaktoren waren neben einer professionellen Karriere-Webseite und diversen Personalmarketing-Aktivitäten auch deren offene und dialogorientierte Kommunikation sowie spannende und ehrliche Geschichten aus dem Unternehmens- und Mitarbeiteralltag in Social Media. Der Einsatz von Social Media muss allerdings zur Unternehmenskultur des Unternehmens passen, denn nur dann spiegeln die Aktivitäten die von Kandidaten gewünschte Authentizität wider.

Einen kostenlosen Ergebnisbericht wurde als Vorgeschmack auf dem Blog von embrander online gestellt.

Zum Autor
Florian Schreckenbach ist Mitgründer und Berater bei embrander, einer Management-Beratung für Employer Branding, Enterprise 2.0 und Social Media. Zu diesen Themen und zum Thema Produktivität ist er als Referent, Blogger und Autor aktiv. Vor der Gründung von Talential und embrander im August 2008 war Florian Schreckenbach knapp drei Jahre als Strategieberater bei Capgemini Consulting tätig.