Studien belegen, dass Recruiter den Einsatz von Xing, LinkedIn, Fracebook und Co. bei der Personalbeschaffung verstärken wollen. Demnach scheint die Akzeptanz gegenüber Sozialen Medien in der Personalarbeit vorhanden zu sein, zudem auch der Wille auf den fahrenden Zug aufzusteigen, aber wie sieht die Realität aus?

Laut Statista setzten im Jahr 2013 die meisten Unternehmen unter den sozialen Medien auf Xing, um eine Stellenausschreibung zu veröffentlichen. Dies erscheint logisch, da es sich hierbei um das meistgenutzte berufliche Netzwerk in Deutschland handelt. Noch vor LinkedIn, dem zweiten wichtigen beruflichen Netzwerk in Europa und globaler Marktführer, sowie Twitter, wo viele Unternehmen bereits eigene Job- Kanäle angelegt haben,  vertrauten Personaler an zweiter Stelle auf Facebook bei der Distribution. Fraglich ist hierbei jedoch, wie die Anzahl an veröffentlichten Stellenanzeigen herausgefunden werden konnte, da es keine offiziellen Stellenausschreibungsplätze gibt und viele Anzeigen zusätzlich privat durch Mitarbeiter verbreitet werden.

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Quelle: ASMI

Der ADP Social Media Index (ASMI) fand diesbezüglich eine Steigerung des Einsatzes von sozialen Medien in der Personalbranche um ganze 8 Prozentpunkte seit der letzten Erhebung heraus. Dabei werden Social Media Kanäle vor allem in der Rekrutierung eingesetzt (28%).

Werden in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer Studie der Universität Bamberg und Frankfurt am Main herangezogen, dass im Jahr 2013 gerade einmal jedes fünfte Stellenangebot in einem Social Media-Kanal veröffentlicht wurde, kann über das tatsächliche Ausmaß der gestiegenen Nutzung gestritten werden. Zudem zeigt die Studie von embrander, dass für die Kandidatenansprache immer noch überwiegend Internet-Stellenbörsen oder die Karrierewebseite gewählt werden.

Quelle: ASMI

Quelle: ASMI

Die Studie des ASMI gibt zudem Preis, dass in den meisten Unternehmen maximal ein Personentag für das Pflegen der Kanäle genutzt wird. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass die Studie der Universität Bamberg und Frankfurt am Main herausfand, dass lediglich 4,6% der Einstellungen auf die Anzeigenveröffentlichung in einem sozialen Netzwerk zurückzuführen ist.

Die Nutzung von sozialen Medien in der Personalbranche mag zunehmen, jedoch bleibt die Effizienz bisher etwas auf der Strecke.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass Social Media in der Personalbranche vermehrt Beachtung geschenkt wird. So rosig wie verschiedene Studien die Nutzung jedoch darstellen, sollte man die Ergebnisse jedoch nicht sehen. Obwohl Potenzial in der Veröffentlichung von Stellenanzeigen auf Social Media besteht (persönliche Informationen, prominente Platzierungen auf persönlichen Startseiten, etc.), sollten sich Personaler nicht nur auf diese Nutzungsmöglichkeit beschränken. In der Personalbranche bieten soziale Medien auch im Employer Branding, d.h. vor allem auch in der Möglichkeit mit den Kandidaten in einen Dialog zu treten, als auch bei der internen Kommunikation viel Potenzial.

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Quelle: embrander

Um den Einsatz und die Effizienz von sozialen Netzwerken in der Branche zu steigern, benötigen Recruiter vor allem eine kompetente und an das Unternehmen angepasste Beratung und keine Studien, die suggerieren, auf einem guten Weg zu sein.