LinkedIn hat eine Studie veröffentlicht, die zur Zeit durch die Medien geistert. Klar, alarmierende Phrasen wie „Schwache Arbeitgebermarke kann Firmen Millionen kosten“ tragen dazu bei, dass man sich die Ergebnisse genauer ansieht.

Ich bin da keine Ausnahme.

Bei genauerem Hinsehen – zumindest auf die Resultate in dem hier verlinkten Haufe Artikel – leuchten mir einige der Ergebnisse nicht ein.

Das hängt wahrscheinlich eher mit den Befragten zusammen als mit der Befragung. Obwohl, ich habe die Umfrage nicht gesehen und kann das nicht abschließend beurteilen.

Studien Setup:
Linkedins Studie nennt sich „ROI einer Arbeitgebermarke“. Dafür wurden über 1.000 deutsche Vollzeitarbeitskräfte aktiv befragt (Interviews).

Zu den Ergebnissen:

„52 Prozent schließen den Wechsel zu einer schwachen Arbeitgebermarke aus und wiederum 21 Prozent würden sich einen solchen Wechsel mit einem Gehaltsaufschlag von mindestens zehn Prozent kompensieren lassen,“ ist bei Haufe zu lesen.

LinkedIn geht also her und berechnet, was es ein 10.000 Mitarbeiter starkes Unternehmen (das ist jetzt schon recht groß) kosten würde, wenn man von einer Fluktuation von 17 Prozent pro Jahr ausgeht und wenn alle neuen Mitarbeiter einen Gehaltsaufschlag von 10 Prozent als „Markenmangelausgleich“ einfordern würden.

Das ergibt natürlich eine stattliche Zahl – 7,3 Millionen Euro pro Jahr, um präzise zu sein.

Aber: Würden sich denn die Unternehmen mit dem „schwachen“ Arbeitgeberimage auf solche Forderungen einlassen?

Zumal ja eines der Kriterien für eine schwache Marke dieses hier ist:

„Schwache Arbeitgebermarken sind den Arbeitnehmern zufolge Unternehmen, bei denen die Arbeitsplatzsicherheit in Frage steht (52 Prozent)“.

Würden diese Unternehmen also mehr Budget in Gehälter stecken? Diejenigen, die eine Vision haben und sich dafür bewusst für Top-Leute entscheiden, mit Sicherheit. Die anderen wohl eher nicht.

Aber auch bei den Angestellten ist eine Diskrepanz zu erkennen zwischen dem, was eine starke und eine schwache Arbeitgebermarke ausmachen:

So sind zum Beispiel Dinge wie Jobsicherheit, berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Eigenverantwortung bei Mitarbeitern ausschlaggebend für eine starke Arbeitgebermarke. In relativ geringem Abstand folgen dann die Zusammenarbeit in einem guten Team und der hervorragende Ruf der Führungsmannschaft.

Interessanterweise sind jedoch genau die letzten beiden Punkte, welche für eine starke Marke wichtig eingestuft werden, ganz vorne (nach der Jobsicherheit) mit dabei, wenn es um die Bewertung eines schwachen Arbeitgeberimages geht….

Seltsam, oder?

Wie wichtig sind denn nun das Team und die Führungsmannschaft tatsächlich?

Und werden Firmen, deren Arbeitgeberimage schwach ist, überhaupt diese Studie lesen?

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