Wenn Personaler an Social Media Recruiting denken, ist die Entscheidung hinsichtlich der Kanäle schnell gefallen: Natürlich stehen Xing und LinkedIn als berufliche Netzwerke ganz oben auf der Liste  und Facebook sowie Twitter haben sich bisher als Allround- Kanäle im Privat- sowie Berufsleben in den Köpfen der meisten Arbeitnehmer etabliert. Da hierfür schon genügend Zeit und daher Ressourcen benötigt werden, beschränken sich die meisten Social Media Recruiting Bestrebungen auf diese Kanäle (s. auch die aktuellen Social Media Studien).

Grundsätzlich ist diese Entscheidung nachzuvollziehen bieten sie die Möglichkeit zur Verbreitung von Stellenanzeigen, Neuigkeiten und Darstellung des Unternehmens. Jedoch bietet auch Pinterest in der Personalbranche Potenzial, das oftmals unterschätzt wird.

Einwurf von Eva Zils: zwischenzeitlich habe ich zwei Boards für den HR-Blog angelegt, die Ihr ebenfalls mit bestücken könnt: Alles Visuelle rund um Online Recruiting und HR Events.
Wollt Ihr auf diese Boards pinnen? Kein Problem – mich auf Pinterest hinzufügen, dann sende ich die Einladung zu den Boards.

Wie funktioniert Pinterest?

Pinterest-Boards

Beispiele von Pinterest Kategorien.

Pinterest entspricht dem einfachen Prinzip eines Social Media Kanals: Pinnen (Posten), Teilen und Kommentieren. Man kann sich dabei entweder mit dem bereits vorhandenen Facebook– bzw. Twitter-Account anmelden oder mithilfe einer Email-Adresse ein Pinterest-Profil erstellen. Die Startseite stellt dabei eine Pinnwand dar, die Bilder von gewählten Interessen oder gefolgten Profilen widerspiegeln und „geherzt“ (entspricht einem „like“) oder geteilt werden können. Eigene Bilder werden innerhalb des Profils in verschiedene Boards (sozusagen Ordner) hochgeladen, welche in diverse Gruppen eingeteilt werden können. Die gewählte Gruppe garantiert das Veröffentlichen der Bilder auf den Pinnwänden der gewünschten Zielgruppe.

Warum ist Pinterest interessant für die Personalarbeit?

Während Pinterest bereits viel zur Unterstützung von Unternehmen im eCommerce genutzt wird, birgt der Kanal jedoch auch für weitere Bereiche Potenzial, so auch in der Personalarbeit. Mit der Voraussetzung von ansprechenden und qualitativ hochwertigen Bildmaterial, lässt sich Pinterest vor allem in den folgenden Bereichen in die Recruiting-Strategie integrieren:

  1. Einblick in das Unternehmen
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Bsp. 1: L’Oréal Bürogebäude in Stockholm.

Bilder von Unternehmensgebäuden, den Räumlichkeiten und der Umgebung vermitteln den Bewerbern einen schnellen ersten Eindruck von der Arbeitsstätte. Eine Gemeinschaftsküche, ein Außenbereich oder gar ein Unternehmenskindergarten, sind manchmal entscheidende Vorteile von Unternehmen, die innerhalb eines Job-Postings nicht erwähnt werden.

Google Office - Milan Italy (7)

Bsp. 2: Spiel- und Entspannungsraungsraum in den Büros bei Google, Milan.

Befindet sich das Unternehmen in einer spannenden Stadt, können passende Fotos zum entscheidenden Trumpf gegenüber anderen Stellenausschreibungen werden.

Alles ist erlaubt, solange die präsentierte Unternehmenswelt der Realität entspricht. Denn Recruitern sollte bewusst sein, dass die Erwartungen beim Besuch des Kandidaten auch erfüllt werden müssen.

  1. Einblick in die einzelnen Bereiche
Downgraf - Creative Google Office of Zurich

Bsp, 3: Arbeitsplatz bei Google, Zürich.

Durch das Anlegen von verschiedenen Boards können zudem die einzelnen Abteilungen präsentiert werden. Hierbei kann das Abteilungsteam im Einzelnen oder durch ein Gruppenfoto Sympathien wecken (hierbei sollten jedoch die rechtlichen Bestimmungen zur Veröffentlichung von Personenfotos beachtet werden). Ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz zeigt dem Kandidaten den Modernitätsgrad und die Investitionsfreudigkeit des Unternehmens.

Außerdem können Bilder von Messen oder Best Practice-Beispiele einen direkten Eindruck von den zu bearbeitenden Aufgaben vermitteln.

  1. Employer Branding

Um gezielt das Employer Branding zu stärken, können Fotos genutzt werden, um beispielsweise die Unternehmenswerte oder –philosophie darzustellen. Außerdem bietet es sich an, den Kandidaten außerbetriebliche Aktivitäten des Unternehmens vorzustellen, beispielsweise die Weihnachtsfeier oder eine Sommer-Party.

Das problemlose Einbinden von Videos ermöglicht Mitarbeitervideos zu erstellen, in denen von persönlichen Unternehmensgeschichten erzählt oder die Vor- und Nachteile der Arbeit geschildert werden können. Je mehr Fragen des Bewerbers zufriedenstellend beantwortet werden, desto höher ist die Bereitschaft eines Bewerbungsschreibens und die Stärkung des Unternehmensbilds auch über die Bewerbung hinweg.

  1. Stellenausschreibungsvideos

Pinterest ermöglicht es den Kandidaten bereits von Anfang an ein Gefühl für die Arbeit und die Atmosphäre des Unternehmens zu entwickeln. Warum sollte dann nicht auch der Verantwortliche eines Teams oder ein Mitarbeiter den Bewerbern näher bringen, welche Anforderungen für die zu vergebene Stelle bestehen? Diese Videos müssen nicht aufwändig sein, aber grundsätzlich den Werten der Authentizität und Qualität entsprechen. Nichtsdestotrotz genügt ein einfaches „Wir suchen jemanden…“ und „Unsere Aufgaben liegen im Bereich…“, um dem Kandidaten einen direkten Bezug zu der Position zu verschaffen.

FAZIT: Klar ist, Personaler sollten nicht alleinig auf Pinterest innerhalb ihrer Social Media Bemühungen bauen. Jedoch sagen Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte.

Während Pinterest keinen direkten Vorteil beim Posten der eigentlichen Stellenanzeige gegenüber anderen Social Media Kanälen aufweist, bietet die Plattform jedoch die Möglichkeit, dem Bewerber das Unternehmen attraktiv darzustellen und neben den Anforderungen zusätzlich die Abteilungen genauer vorzustellen. So hat der Bewerber von Anfang an einen guten Eindruck, welche Aufgaben, Kollegen und Arbeitsatmosphäre ihn erwarten.

Hierfür kann in der Stellenausschreibung ein direkter Verweis auf den Pinterest-Kanal eingefügt werden, der die Stellenausschreibung bildkräftig unterstützt und von einem Mitarbeiter innerhalb eines Videos noch einmal zusammengefasst wird.

Featured Pic: Instagram and other Social Media Apps by Jason Howie, Licence: BY 2.0