Das amerikanische und weltweit größte Business Netzwerk LinkedIn hat im ersten Quartal 2012 sehr gute Zahlen gemacht. Die Umsatzzahlen haben sich im Vergleich zum letztjährigen Q1 verdoppelt (+101 Prozent). Die Hiring Solutions machten einen Anteil von 51 Prozent am Gesamtumsatz aus, was einen Anstieg um 121 Prozent im vergleichbaren Zeitrahmen 2011 bedeutet. Man kann erkennen, dass die Recruiter Lösungen von LinkedIn trotz anhaltender und sich verschärfender Konjunkturschwäche und weltweiten Krisenzeiten sehr gut etablieren.

Auch die Premium Mitgliedschaften haben einen starken Anstieg erfahren: die bezahlenden Mitglieder sind um 91 Prozent angestiegen.
Die Umsatzprognosen wurden im Zuge dieser Zahlen nach oben korrigiert. Man erwartet nun einen Gesamtjahresumsatz von 900 Millionen Dollar.

Der Gang an die Börse vor einem Jahr hat sich ausgezahlt, die Kassen sind gefüllt. LinkedIn hat sich dazu gleich noch die Präsentationsplattform Slideshare zugelegt, was sehr gut zum Business-Netzwerk passt, wie ich finde. Vielleicht wird es also zukünftig möglich sein, LinkedIn Profil als Präsentation zu erstellen? Wäre wirklich gut.

Die meisten Dollar werden nach wie vor in den USA eingefahren. Die bisherigen weiteren Länderauftritte und vor allem die europäischen Niederlassungen müssen sich ranhalten. LinkedIn Deutschland hat durch den bereits im Januar 2012 vollzogenen Führungswechsel meiner Meinung nach wertvolle Zeit bei der Eroberung des deutschen Marktes verloren. Zumal XING mit seinen vielen Neuerungen kräftig nach vorne geht.

Insiderkenntnisse der europäischen Recruiting- und Business Netzwerk Märkte und -Gebaren sind notwendig, um in Deutschland wirklich punkten zu können. LinkedIn scheint noch nicht verstanden haben, dass man mit der amerikanischen Geschäftsmentalität in Deutschland nicht weit kommt.

Darüber hinaus sollte bereits kurz nach dem deutschen Führungswechsel ein neuer Head of LinkedIn Germany angekündigt werden. Bisher hat sich hier jedoch noch nichts getan.
Warum?