Bewerberprofile werden immer häufiger im Internet geprüft. Personaler verlassen sich längst nicht mehr auf die Aussagen von Bewerbern. Auch das Web gibt wertvolle Hinweise, wie ein Mensch lebt und tickt. Bewerber sollten daher ein Auge auf ihre Online-Reputation haben. Und auch über Arbeitgeber und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen wird in Online-Portalen gesprochen. Die Wahrnehmung einer Marke, eines Unternehmens und einer einzelnen Person spielt sich auch in den sozialen Netzwerken ab. Je größer und einflussreicher ein Unternehmen ist, desto größer auch das Interesse der Öffentlichkeit. Vorsicht ist vor allem bei öffentlichen Facebook-Profilen gegeben. So manches Foto oder ein laxer Kommentar kann später negative Konsequenzen haben. So hat jeder einen Ruf zu verlieren. Es lässt aber auch mit einigen Hilfsmitteln an der Online-Reputation arbeiten und sie positiv beeinflussen.

Die sogenannte Stimme des Volkes kann den Erfolg von Unternehmern beeinflussen. Interessenten, Kunden, entfernte Beobachter und auch Kritiker suchen Informationen über Suchmaschinen wie Google und Bing und finden Einträge sowohl in Bewertungsportalen, Foren, Blogs und auch in sozialen Netzwerken. Gerade Produktbewertungen werden gerne gelesen, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird. Der digitale Ruf spielt also eine große Rolle für Unternehmer in Bezug auf Umsatzerwartungen und Erfolg.

Mit Suchmaschinen recherchieren

Es genügt, den eigenen Namen oder passende Suchbegriffe zum eigenen Geschäftsfeld ins Suchfeld einzugeben. Schon erscheinen in den Ergebnislisten die entsprechenden Seiten. Auch der Service Google Alert ist eine gute Hilfe, um etwas über sich im Web herauszufinden. Über E-Mail-Benachrichtigungen erhält der Nutzer aktuelle Google-Ergebnisse zu Nachrichten, Branchen oder auch Personen.

Nicht in jedem Land sind die gleichen Netzwerke und Portale beliebt. Deshalb sollte recherchiert werden und eine Auswahl getroffen werden an Portalen, die lokal bevorzugt werden. Asiaten nutzen beispielsweise gerne QQ, Mixi und Cyworld und die Brasilianer eher Orkut für den Meinungsaustausch. Reden Nutzer beispielsweise in Cyworld über einen Menschen, so empfiehlt es es sich, hier mitzumischen und positive Berichte zu forcieren. Je mehr Positives im World Wide Web steht, desto besser wird die Online-Reputation. Zudem geben Online-Plattformen auch die Möglichkeit, Feedback zu erhalten und die Wünsche der User kennen zu lernen. Auch auf Kritik lässt sich in Foren gut eingehen und sie abmildern, bevor sie sich im Web verselbstständigt und möglicherweise eine Welle von Beschwerden auslöst.

Muttersprachler gewinnen für die Kommunikation im Ausland

Handelt es sich um fremdsprachige Portale, sollte in der gleichen Sprache geantwortet werden. Wer der Sprache nicht mächtig sollte, kann auf einen Muttersprachler zurückgreifen, der die Sprache der User spricht und damit die Argumente sprachlich gut vermitteln kann. Auf Augenhöhe und vor allem ehrlich sollte die Kommunikation vonstatten gehen. Dann ist auch die Akzeptanz im Netz gesichert. Damit die Online-Reputation solide bleibt, sollte sie auch regelmäßig gepflegt werden. Der Austausch mit Nutzern spielt sich weltweit gesehen rund um die Uhr ab. Wer spät reagiert, kann auf böse Kritik oftmals nicht mehr angemessen reagieren.

Die Online-Plattformen Facebook und Twitter sind weltweit beliebt. Aktiv mitzumachen, ist die Devise und sich ein Profil zuzulegen. Das Image verbessert sich damit und die Wahrnehmung der eigenen Marke steigt. Das ist eine gute Investition ins Marketing, die langfristig wirkt und verhältnismäßig preiswert ist. Gleichzeitig ist die Nutzung der Social Media Kanäle wertvoll im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung. Google registriert nämlich auch Social Media Aktivitäten.

Blogger und Nutzer für sich gewinnen

Vorteilhaft ist es zudem, positive Beiträge zu formulieren. Damit verbessert sich die öffentliche Wahrnehmung. Wer einen Kreis an positiv gesinnten Bloggern gewonnen hat, sollte sie belohnen und animieren, weiter Positives zu veröffentlichen. Texter aus den jeweiligen Kulturkreisen sollten regelmäßig posten, bloggen, Pressemitteilungen veröffentlichen und Artikel verbreiten. Diese Texter wissen auch, welche Netzwerke in ihrem Land einflussreich sind. Twitter ist beispielsweise in China nicht zugänglich. Hier ist das Netzwerk Renren bedeutsam. Russen nutzen dagegen gerne das größte europäische soziale Netzwerk VKontakte und auch das Onlineportal Odnoklassniki, das Freunde vernetzt. Recherche ist wichtig für die Social Media Nutzung. Doch die Arbeit an der eigenen Online-Reputation zahlt sich aus.

Über den Autor: Christian Arno ist Gründer und Geschäftsführer des internationalen Übersetzungsdienst Lingo24, der auf drei Kontinenten tätig ist. Folge Lingo24 auf Twitter @l24de.