Die großen Spatzen pfeifen es von allen Dächern, und auch wir sollten uns damit anfreunden, dass BranchOut wohl nicht so schnell aus der Facebook-Recruiting-App-Welt wegzudenken ist. Nach neuen Investments von 25 Millionen USD beläuft sich das Gesamt Venture Kapital nunmehr auf insgesamt 49 Mio. USD. Schöne Summe, und wir dürfen annehmen, dass sich hier so einiges tun wird in nächster Zeit.

Vor allem über die mobile App haben die Nutzerzahlen in den letzten Wochen und Monaten einen enormen Zuwachs hingelegt und lassen damit z.B. Monsters Facebook-App BeKnown ganz schön alt aussehen.

Die einen Experten spekulieren, dass BranchOut eines Tages von Facebook aufgekauft werden könnte, was letztlich der Fall sein könnte. Immerhin hat Facebook in Sachen Online Recruiting keine eigenständige Lösung entwickelt. Andere wiederum empfehlen, LinkedIn sollte sich die App einverleiben, bevor Facebook das machte. Derzeit werden jedoch laut BranchOut-Gründer und CEO Rick Marini keine Gedanken dieser Art gehegt.

BranchOut hat ein anderes Potenzial als beispielsweise LinkedIn: Die meisten Nutzer der BranchOut-App stammen aus dem so genannten „Blue Collar“ Segment oder aus dem niederen und mittleren Management. Auf LinkedIn sind die „White Collar“-Leute zu finden, die sich dort bewusst und zu rein beruflichen Zwecken vernetzen. BranchOut wäre demnach eine perfekte Ergänzung zu LinkedIn-Klientel. Es ist aber kaum davon auszugehen, dass sich LinkedIn von seinem High-Executive Netzwerk Anspruch weg bewegen wird, um BranchOut zu kaufen oder nachzuahmen.

Es ist verständlich, dass die Betreiber einer frisch umgestalteten HR-Jobposting App prophezeien, dass BranchOut keine Zukunft hat. Ich würde das mit Sicherheit an ihrer Stelle auch sagen (nix für ungut, Jungs, aber ein wenig relativieren und Objektivität schaden nicht). Ich denke, die Zeit wird zeigen, wohin die Reise wirklich geht und welche der vielen Facebook Recruiting Apps sich schließlich durchsetzen wird. Vielleicht gar keine…?

Weitere Einschätzungen zum Thema u.a. beim JobBoardDoctor und beim LinkedInsider.

Und, bevor ich es vergesse: Auch Viadeo hat eine Finanzspritze erhalten, und zwar ganze 24 Millionen Euro. Damit sollen die Geschäfte in Russland, Südamerika (kommt gerade stark in Mode) und China ausgebaut werden. Unter den neuen Investoren befindet sich übrigens auch die Allianz. Mit seinen globalen 45 Millionen Mitgliedern, nimmt Viadeo mit einigem Abstand den zweiten Platz nach LinkedIn und mit etwas Vorsprung vor dem Drittplatzierten XING ein.