Der Bewerbermanagement und Finance Solutions Anbieter Workday – vom ehemaligen PeopleSoft Mitgründer David Duffield 2005, kurz nach der Oracle Übernahme gestartet – ist hierzulande weniger bekannt. Bisher ist das Unternehmen nicht profitabel und plant nicht, das in den nächsten Jahren zu werden. Die Umsatzzahlen entwickeln sich trotzdem sehr gut, auch wenn die Verlustrate noch hoch ist.

Workday bietet seine Cloud-Lösungen als bezahlbare Abo-Version an und ist ebenfalls als mobile App nutzbar.
Nun hat Workday den „People Aggregator“ Identified übernommen, um seine „Predictive Analytics“ Technologie zu verwenden:

In November 2011, Identified launched to create a better professional job search engine. The company then pivoted to provide analytics-based recruiting software. Part of the company’s secret sauce was its patent-pending, artificial intelligence technology called “SYMAN,” which aims to organize the masses of disparate, incoherent professional data that lives in social media profiles in order to identify new insights into the job market.

(Quelle: Techcrunch)

Erst im Oktober 2013 hatte Identified, welches ähnlich wie TalentBin (das kürzlich von Monster Worldwide gekauft wurde) oder auch Dice Open Web öffentlich zugängliche Social Profile aggregiert und daraus Bewerberprofile erstellt, ein Recruiter-Tool auf den Markt gebracht. Damit wurde Identified ein direkter Konkurrent zu LinkedIn, die dann auch gleich allen Aggregatoren dieser Art den Hahn zu ihren Nutzerdaten abdrehten.

LinkedIn arbeitet seinerseits an einem Daten-Analytics-Pool, der zukünftig den „Economic Graph“ darstellen soll. Die Daten sind hier jedoch auf die Plattform an sich beschränkt, was bei Aggregatoren wie Identified, TalentBin, Entelo, Gild oder Open Web nicht der Fall ist.

Beobachtung:
Semantics, Analytics, öffentlich abgreifbare Nutzerdaten und HR-Software vereinen sich zunehmend und treiben die Direct Search und Big Data Auswertungen für die Personalsuche nach vorne. Momentan ist diese Entwicklung überwiegend im Bereich ATS-HCM / Bewerbermanagementsystemem zu erkennen. Jedoch ist die vorher angesprochene Übernahme von TalentBin durch Monster ein erstes Indiz, dass sich auch „traditionelle“ Personalwerbung-Medien, stärker beschäftigen. Wann werden StepStone und andere große Jobbörsen nachziehen?
Lebenslauf-Datenbanken wie StepStones Direct Search, jobs.ch’s CVcloud oder gar stellenanzeigen.de und Experteers Kooperation für die 80K-Job Bewerberdatenbank werden zukünftig nicht ausreichen.

P.S.: was lese ich da gerade – Experteer bringt sein Analytics Tool auf den Markt, damit Firmen die Kandidaten-Datenbank und die Job-Situation in insgesamt 8 Ländern unter die Lupe nehmen können. Auswertungen umfassen dabei auch die verschiedenen Karriere-Stationen der Bewerber und wie lange diese in einer bestimmten Arbeitsstelle geblieben sind – ähnlich wie das hier vorgestellte LinkedIn Tool.