kanaele-einstellungen-icr-socialmedia-recport_2013Diese Woche veröffentlicht Wolfgang Brickwedde vom ICR seinen ersten Active Sourcing Report. Für die Befragung wurden zwischen September und Oktober 5.000 Personaler/Recruiter aus Deutschland mit 30 Fragen zum Thema kontaktiert. 445 haben den Fragebogen ausgefüllt.

Ich habe mir die Ergebnisse angesehen, und folgende Punkte herausgestellt:

  • Am ehesten wird über XING, Lebenslaufdatenbanken von Jobbörsen, LinkedIn und Google nach passenden Profilen gesucht (in genau dieser Reihenfolge, was kaum verwunderlich ist).
  • Dabei werden laut Angaben der Sourcer über XING die besten Ergebnisse erzielt (mehr als 70 Prozent sagen dies aus – wobei XING von knapp 96% der Befragten Active Sourcer verwendet wird).
  • Aktuell machen über Netzwerke und Datenbanken gefundene Bewerber ca. 10 Prozent des Bewerbungseingangs aus.
  • Interessanterweise misst nur ein Bruchteil der Befragten (knapp 10 Prozent) die Erfolge im Active Sourcing. Schade.
  • Dennoch behaupten mehr als 30 Prozent, die Qualität der Bewerbungen sei dank Active Sourcing gestiegen (das muss mir jemand erklären, wie das möglich ist, wenn nur 10% die Erfolge über Active Sourcing ermitteln…)
  • Zu nennen sind die Kanäle, über welche Einstellungen generiert werden: Hier haben Social Media prozentual seit 2010 ordentlich zugenommen und sind nun bei 10% angelangt, aber auch Online Stellenportale haben im Vergleich zu 2010 zugelegt 34% der Einstellungen, hat allerdings vergleichsweise zu den letzten beiden Jahren ein wenig verloren. Die Stellenanzeigen über die eigene Firmen Karriereseite haben an Erfolg eingebüßt (nur noch 19%), da muss etwas getan werden! Sehr gut zugelegt hat auch die Bundesagentur für Arbeit (s. Grafik oben in der Einleitung zum Beitrag).
  • Unternehmen möchten in Zukunft mehr Budget für soziale Business Netzwerke ausgeben. Es sollen zukünftig immerhin 47,6 % höhere Ausgaben eingeplant werden (neben höherem Budget für Mitarbeiterempfehlungen (30,6%) und Online Stellenbörsen (26,9%). Das ist ja schön und gut – aber wieso nicht mehr Budget in die eigene Karriereseite???
  • Zum guten Schluss: Die Profile, die am meisten „gesourced“ werden sind aus den Bereichen IT, Ingenieurswesen und technische Berufe, Vertrieb und dann (tata): Management und Personal!

Mein Fazit:
Active Sourcing wird derzeit als „Zusatz-“ Disziplin neben Anzeigenschaltungen betrieben, wobei die eigene Karriereseite im Vergleich zu Social Media vernachlässigt wird. Zielführender ist es meines Erachtens, eine Kommunikationsstrategie auszuarbeiten, die von der eigenen Karriereseite ausgeht und viele andere – jeweils zu recherchierende und festzulegende – Einstellungskanäle sinnvoll mit einbezieht.

Zum Download der gesamten Studie geht es hier.